Projektkurs Biologie am THG: Die Stabheuschrecken

Projektkurs im Schuljahr 2013/2014

Der Projektkurs am THG soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten sich selbstständig mit wissenschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Ziel des Projektkurses ist es, wissenschaftspropädeutisch naturwissenschaftliches Arbeiten zu lernen und durchzuführen. Damit kann der Projektkurs einen wichtigen Beitrag für ein naturwissenschaftliches Studium leisten und dies sinnvoll vorbereiten. Darüber hinaus stellt der Projektkurs so etwas wie ein naturwissenschaftliches Schnupperstudium dar, die Tätigkeiten im Projektkurs werden in ähnlicher Weise auch im Biologiestudium durchgeführt. Es kann hier also getestet werden, ob das Studium einer Naturwissenschaft ein Passendes für den jeweiligen Schüler ist.

Der Projektkurs Biologie bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit praktisch experimentell zu arbeiten, dabei ist der naturwissenschaftliche Erkenntnisweg handlungsweisend.

Die Biologie ist eine beobachtende Wissenschaft, die aus der Beobachtung Fragens ableitet. Diese Fragen werden als Hypothesen formuliert, ein Experiment wird nachgeschaltet, das die zuvor formulierte Hypothese untersucht. Diese wird im Ergebnis verifiziert oder falsifiziert. Daraus ergeben sich oft weitere oder veränderte Versuche, die neue Hypothesen bedingen. Aus den Hypothesen, Experimenten und Ergebnissen können biologische Aussagen getroffen werden. 050202_3

Im Projektkurs am THG werden die Schülerinnern und Schüler zunächst an wissenschaftliche Arbeitsweisen herangeführt. Praktisch werden die Schülerinnen und Schüler in sämtlichen Phase des naturwissenschaftlichen Erkenntnisweges geschult, in dem sie jede Phase separat üben und reflektieren. So wird beispielsweise unter vorgegebenen Experimenten die Hypothesenstellung oder die Ergebnisableitung untersucht. Es werden Beobachtungen oder Fragestellungen vorgestellt und die Schülerinnen und Schüler können selbst entsprechende Versuche initiieren, die diese Hypothesen untersuchen. Die Ergebnisse grafisch darzustellen, zu sammeln und auszuwerten, gehört ebenso zum Procedere.

Im späteren Verlauf können die Schülerinnen und Schüler nach eigenen Fragestellungen forschen und selbstständig experimentieren. Die Eingangsphase dient neben der Einführung in wissenschaftliches Arbeiten auch der Rekrutierung von weiteren möglichen Fragen, die in einem Fragenspeicher gesammelt werden. Daraus können sich Schülerinnen und Schüler bedienen, als auch eigenen Ideen folgen.050202_4

Der Projektkurs beginnt methodisch mit dem Mikroskopieren und dem Arbeiten mit der Stereolupe sowie Arbeiten mit Skalpellen oder Nadeln unter der Stereolupe. Weitere Methoden, die insbesondere in der Biologie genutzt werden, werden ja nach Experiment erlernt. Hier ist insbesondere die Beobachtung (ohne Erklärung!) wichtig, die ja die Grundlage biologischen Arbeitens bildet.

Der Projektkurs fördert also neben Wissenschaftspropädeutik auch zentrale Methodenkompetenzen, nicht zu vergessen auch Selbstkompetenz, denn der jeweilige Schüler ist selbst für die Auswahl und Durchführung der Versuche und Experimente verantwortlich. Das eigenverantwortliche Arbeiten nach naturwissenschaftlichem Vorgehen ist Ziel des Projektkurses.

Die Darstellung der Ergebnisse vertieft darstellende Kompetenzen. Damit leistet der Projektkurs auch einen Beitrag in der Förderung von Schlüsselkompetenzen, die in Studium und Beruf vorteilhaft sind.

Nicht zuletzt macht das eigenverantwortliche und praktische Arbeiten viel Freude.

Die Schüler arbeiten mit unterschiedlichen Organismen. Zunächst waren Honigbienen im Spektrum des Projektkurses, dann Mehlkäfer, Salinenkrebse und Heuschrecken. Die Stabheuschrecken sind seit dem Herbst 2013 die aktuellen Forschungstiere.050202_1