Verabschiedung von Herrn Dr. Doepner – Brief an die Eltern

Sehr geehrte Eltern,

Sie haben natürlich schon von Ihren Kindern oder aus der Zeitung gehört, dass ich zum Juni des Jahres in die Bezirksregierung nach Düsseldorf, hier in das Dezernat 46 (Lehrerausbildung) wechseln und die schulfachliche Aufsicht über die Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung mit übernehme.

Für die Schüler, für die Schule und für Sie kommt diese Information natürlich etwas überraschend. Die Erklärung dafür ist jedoch relativ einfach: Denn zuerst ist alles unsicher und unklar, denn es ist nicht nur eine, sondern es sind gleich mehrere komplexe Behörden, die verschiedene Rechtsverhalte beurteilen müssen, daran beteiligt. So kann man lange nichts sagen, und dann kommt auf einmal alles ganz schnell und die Ereignisse überschlagen sich. (Ich denke, sie kennen das.) Mir bleibt nichts anderes übrig, als dafür um Nachsicht zu bitten.

Ich verlasse das THG mit zwei weinenden Augen: Großartige Schülerinnen und Schüler mit so vielfältigen Begabungen und Interessen, die weit über das hinausgehen, was man mit Schulnoten würdigen kann. Und eine ganz besonders engagierte und die Schule mittragende Elternschaft, die einerseits immer den notwendigen Finger in die wunden Stellen legt, die aber auch andererseits immer dabei ist, wenn man für Klassen, Stufen, Kurse und die gesamte Schule die Hilfe und Unterstützung braucht.

Ganz besonders werde ich aber auch das großartige Kollegium des THG vermissen. Es gibt an unserer Schule so viele hervorragende Lehrer, die beides sind: ausgezeichnete Fachleute und leidenschaftliche Pädagogen. Deshalb ist der Lehrerberuf so anspruchsvoll, weil man beide Seiten gleichermaßen erfüllen muss. Ich bewundere täglich die Arbeit meiner Kollegen und bestaune die vielfältigen und großartigen Ergebnisse, die sie zusammen mit ihren Lerngruppen erreichen.

Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich eine neue Aufgabe übernehme: Die Ausbildung von Lehrern ist eine wichtige, eine zentrale Aufgabe für das Schulsystem. Ich werde die Möglichkeit haben, an nicht unentscheidender Stelle daran mitzuwirken. Ich bekomme dafür nicht mehr Geld, aber mehr Einfluss. Vermissen werde ich freilich den Unterricht, insbesondere den in der schönsten Sprache der Welt (nach Englisch natürlich).

Vielleicht fragen Sie sich, ob ich vom THG fliehe? Nie im Leben – es ist die beste Schule, die ich kenne, und gehört sicherlich zu den besten im Rheinland. Und außerdem wird das THG auch ganz gut ohne mich zurechtkommen: Das Kollegium und der Kreis der erweiterten Schulleitung, die Schülerinnen und Schüler und nicht zuletzt Sie, liebe Eltern, sorgen dafür, dass der Geist der Schule bleibt.

Ich möchte schließen mit einem Wort des Dankes an alle Eltern, die die Schule durch ihre vielfältige Mitarbeit in den schulischen Gremien, in der Schulpflegschaft, in der Klasse, bei Exkursionen, bei Klassenfesten, bei Elternsprechtagen, mit Kaffee und Kuchen und mit Rat und Tat, z. B. bei schulischen Projekten wie den Auslandspraktika – kurz und gut, in allen Dingen immer unterstützt haben. Ohne Sie wäre die Schule Ihrer Kinder viel weniger wert!

Das THG wird für mich ein Vorbild sein.

Mit herzlichem Gruß

Thomas Doepner