Auslandspraktikum – Zeitungsartikel

WAZ Kettwig, 05. Oktober 2012

Atlanta ist besser als Ferien
Neun THG-Schüler absolvieren ab Montag ein Praktikum bei großen Unternehmen in den USA. Förderung durch „Halle Foundation“

Von Inga Pöting

Wer an einem Montagnachmittag am Theodor-Heuss-Gymnasium freiwillig einen Kurs in Wirtschaftsenglisch besucht, der möchte wirklich etwas lernen. Vivien Dutschmann (18), Marie Savignier (18) und Max Burkhalter (16) haben monatelang zusätzliche Stunden auf der Schulbank verbracht, um Begriffe zu lernen, die im normalen Englischunterricht nicht vorkommen. Jetzt haben sie die Chance, die neuen Vokabeln und Wendungen auch im Alltag zu erproben. Die drei fliegen in den Herbstferien nach Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, um dort zwei Wochen lang in einem Unternehmen mitzuarbeiten.
Max wird sein Auslandspraktikum bei Porsche absolvieren, Vivien und Marie bei der Immobilienfirma EBS Property Investments LLC. „Wir konnten selbst entscheiden, wohin wir möchten. Es standen verschiedene Betriebe zur Auswahl“, berichtet Vivien. „Ich gehe als erster von unserer Schule zu Porsche. Ich bin gespannt, wie es wird“, meint Max.
Sich zwei Wochen lang auf engisch verständigen zu müssen, ist für sie kein Grund zur Sorge: „Wir haben im Wirtschaftsenglisch-Kurs viele neue, spezifische Vokabeln gelernt und hatten vorher schon bilingualen Unterricht“, fasst Marie zusammen.

Spezifische Vokabeln gelernt

Die drei werden zusammen mit sechs anderen Auslandspraktikanten des Gymnasiums nach Atlanta fliegen und dort bei Gastfamilien wohnen. Janna Haenraets (19) und Kira Paul (19) haben in diesem Jahr ihr Abitur gemacht und waren 2011 in Atlanta – in demselben Betrieb, in dem auch Marie und Vivien bald arbeiten werden. „Die Menschen in Atlanta sind freundlich und offen. Sie werden euch ganz lieb in ihr Zuhause aufnehmen, ihr seid dann einfach fiir zwei Wochen Teil der Familie“, beschreibt Janna ihre Erfahrungen mit der amerikanischen Gastfreundschaft. Die Familien hätten ihnen an den Wochenenden Atlanta gezeigt und sie ins Museum und ins Kino eingeladen. Besonders spannend an ihrer Arbeit in Atlanta fanden Marie und Janna die Meetings mit potenziellen Kunden: „Wir haben wirklich sinnvolle Aufgaben bekommen und mussten nicht nur Kaffee kochen.“
THG-Schulleiter Dr. Thomas Doepner und Betreuungslehrer Erik Riemcr sind stolz darauf, wie das Auslandsprogramm gewachsen ist: „Besonders die internationalen Kontakte der Eltern haben uns sehr weitergeholfen. Das Programm war immer eine rein private Initiative und das persönliche Engagement der Beteiligten enorm“, unterstreicht Doepner.
Dieses Jahr hat Riemer, der den Wirtschaftsenglisch-Kurs leitet und als Betreuer mit nach Atlanta fliegt, auch eine finanzielle Unterstützung für die Schüler finden können: „In Atlanta gibt es eine große deutsche Community. Viele deutsche Firmen sind vor Ort, und wir haben mit der,Halle Foundation‘ eine Stiftung gefunden, die unser Auslands-Projekt mit 6000 Doller fördert.“
Das Engagement der Schüler findet Thomas Doepner bemerkenswert: „Sie haben freiwillig den Wirtschaftsenglischkurs belegt und müssen nach Ende des Praktikums einen ausführlichen Bericht schreiben.“ Nicht zu vergessen, dass die Schüler zwei Wochen lang arbeiten werden, während alle anderen Ferien machen.

090004_auslandspraktikum_2012_1