Literaturkurs 12 - Theater

(Kettwiger Fassung des Gestiefelten Katers sehr frei nach Ludwig Tieck 2009)

Leitung: Dr. Andreas Herzog
E-Mail: ahherzog@unitybox.de

Weitere Termine: Donnerstag, 27. und Freitag, 28. August 2009, 19:30 Uhr
Grundschule Vor der Brücke:

Fotos

Besetzung

Informationen zum Stück

Informationen zur Inszenierung


Besetzung

KÖNIG

Alexander Busch

PRINZESSIN

Lisa Beyer

INDISCHER PRINZ

Sasan Naservafai

SEIN DOLMETSCHER

Patrick Küpper

HOFGELEHRTER u. MARCEL REICH-RANICKI

Sascha Weger

HOFNARR u. THOMAS GOTTSCHALK

Bastian Eichstädt

KOCH

Niklas Höfs

Kgl. RETTUNGSSCHWIMMER

Andreas Herzog

GOTTLIEB, Bauernbursche, gespielt von Kevin Kurányi

Veit Joachim

HINZE, ein Kater

Jenny Hund

KETTWIGER

Jan Kuhlmann, Niklas Höfs, Robert Pobisch, Alexander Ress, Sebastian Mika, Patrick Baczynski

POPANZ

Patrick Küpper

THERAPEUT

Sassan Naservafai

DICHTER

Alexander Ress

DRAMATURG

Sebastian Jasmer

HAUSMEISTER als BÜHNENMEISTER

Baer

SOUFFLEUSE

Leo Engels

TANZ-GEFOLGE des Prinzen

Jenny Hund, Laura Schmidt, Robert Pobisch, Sebastian Jasmer

HERR DR. SPECHT

David Brügge

HERR KOSLOWSKI

Patrick Baczynski

FRAU KOSLOWSKI

Verena Schmidt

SCHAKKELINE

Nadine Baumann

HERR LICHT

Christopher Vosschulte

KRITIKER KLEFFKI

Patrick Lechtermann (Stargast!)

BÜHNENBILD und KOSTÜME, Koordination + Organisation

Christian Baer, Laura Schmidt

MASKEN

Koordination u. Einrichtung

Verena Schmidt

MUSIK- und TONTECHNIK

Timo Müller

BELEUCHTUNG

Jan Kuhlmann

SPOTLICHT

Sebastian Jasmer

FILM und 1. KAMERA

Conrad Brauner (Gast)

2. KAMERA

Timo Müller, David Brügge

 


Informationen zum Stück

Der gestiefelte Kater ist ein volkstümliches Märchen, das sich in der ersten Auflage der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm findet.
1797 veröffentlichte der Romantiker Ludwig Tieck danach eine gleichnamige Komödie, vierzehn Jahre später eine zweite, überarbeitete Version, von der wir uns genauso leiten ließen wie von der an Tieck orientierten Fassung Tankred Dorsts aus dem Jahre 1964 „Der gestiefelte Kater oder wie man das Spiel spielt“.

Unser "Das Theater mit dem Kater" ist eine radikale Neufassung des Stückes, in der eine mit Tomate und Salat garnierte Fleischbulette eine Rolle spielt und ein in letzter Zeit recht erfolgloser Fußballspieler debütiert, der vom Kater als in Kettwig ansässiger Graf Medios ausgegeben wird.

Zum ursprünglichen Inhalt:

„Das Märchen greift die Ungerechtigkeit einer typischen Erbsituation auf: Nach dem Tode eines Müllers fällt an den ältesten Sohn die Mühle, an den zweiten ein Esel und an den dritten ein scheinbar völlig wertloser Kater. Der Kater, der überraschenderweise der menschlichen Sprache mächtig ist, vermag es aber, seinen Besitzer zu überzeugen, auf ein paar Handschuhe, die sich aus dem Katzenfell anfertigen ließen, zu verzichten und statt dessen sein letztes Geld in ein paar unsinnig erscheinende Stiefel zu investieren.
Aus Dankbarkeit erjagt der Kater zuerst einen Sack Rebhühner, die er dem hiernach verlangenden König gegen eine Belohnung in Gold überlässt und verschafft dann seinem Herrn, einem nun reichen Müllerssohn, ein einträgliches Grundstück mit Schloss, indem er den Vorbesitzer, einen Zauberer zu mehreren Verwandlungskunststückchen überredet. Als dieser sich schließlich in eine Maus verwandelt, verspeist ihn der Kater. Der ursprünglich arme, besitzlose Müller, vom Kater nun als Graf ausgegeben, wird somit zum begüterten Grundbesitzer und heiratet schließlich die Königstochter.
Das Märchen ist in vielen Varianten überliefert. So übernimmt der gestiefelte Kater in den computeranimierten Filmen Shrek2 und 3 eine wichtige Nebenrolle.
(nach Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_gestiefelte_Kater)


Informationen zur Inszenierung

Materialien zur Inszenierung: Bernard Lawrence „Bernie“ Madoff (Wikipedia)

Marcel Reich-Ranicki im Interview: „Ich konnte es nicht mehr aushalten“, FAZ, 12.10. 08.

SPIEGEL-GESPRÄCH mit Thomas Gottschalk: "Arroganz der Eliten", Der Spiegel, 43/2008.

SPIEGEL-THEATER: "Wir kommen mit unserer Wut", Der Spiegel 50/2008.

"Das Band, das uns zusammenhält" - Weihnachtsansprache von Bundespräsident Horst Köhler, 25.12.2008, Berlin

Bernard Lawrence „Bernie“ Madoff (* 29. April 1938 in New York City) ist ein US-amerikanischer Finanz- und Börsenmakler. Er ist ehemaliger Vorsitzender der Technologiebörse NASDAQ. Ende 2008 wurde er als jahrzehntelanger Betreiber eines Investmentfonds nach dem Schneeballsystem verhaftet. Nach seinen eigenen Angaben verursachte er damit einen Schaden von etwa 50 Milliarden US-Dollar. Sein Gesamtumfang wurde zum Zeitpunkt des Prozesses gegen Madoff allerdings auf mindestens 65 Milliarden Dollar (rund 51 Milliarden Euro) veranschlagt, die Zahl der Geschädigten auf 4.800. (Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Madoff)

Marcel Reich-Ranicki im Interview: „Ich konnte es nicht mehr aushalten“

12. Oktober 2008 Er kam, um einen Ehrenpreis in Empfang zu nehmen, sah, was bei der Fernsehpreis-Gala in Köln geboten wurde und verzweifelte. Marcel Reich-Ranicki im F.A.Z.-Interview über die Gründe seines Wutausbruchs bei der Preisverleihung.

Was hat Sie so wütend gemacht?
Wütend gemacht hat mich, dass fast alle preisgekrönten Darbietungen auf einem erbärmlichen Niveau waren.

Was war so erbärmlich daran?
Ich saß in der ersten Reihe und je länger die Sache dauerte, desto mehr war ich ermüdet. Ich fand es empörend, dass ich während dieses langen Abends die ganze Zeit auf einem harten Stuhl sitzen musste und man mich bis zum Schluss warten lassen wollte. Nachdem ich schon rund zwei Stunden ausgeharrt hatte, sagte mir der Intendant Schächter, es dauere noch fünfzehn Minuten, dann nochmal fünfzehn Minuten, dann sprach er von dreißig Minuten. Da wollte ich weg, ich wollte gehen. Ich konnt‘s nicht mehr aushalten.
Das ist das eine. Jetzt zum anderen, den erbärmlichen Darbietungen. Ich sage ja nicht, dass alles schlecht war, was da ausgezeichnet wurde, überhaupt nicht. Aber auch die guten, vielleicht sogar sehr guten Produktionen, die einen Preis erhielten, wurden auf eine Art und Weise präsentiert, die ihre Qualität überhaupt nicht erkennen ließen. Ein Beispiel: Eric Fiedler bekam einen Preis für seine Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“. Das soll ein guter, sehr beachtlicher Film sein. Aber man sah nur einen ganz kurzen Ausschnitt, der überhaupt nichts von dieser Qualität sichtbar machte. So ging es den ganzen Abend, und zwischendurch immer wieder Köche, nichts als Köche. Es war schrecklich.
[...]
FAZ, 12.10. 08 (http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E1B70FFD6B6BC40189C2A2893F32AA084~ATpl~Ecommon~Scontent.html

 

SPIEGEL-GESPRÄCH: "Arroganz der Eliten"
ZDF-Unterhalter Thomas Gottschalk, 58, über den Eklat beim Deutschen Fernsehpreis, gutes und schlechtes Programm sowie die Spätphase seines "Wetten, dass ...?"-Werks

SPIEGEL: Vielleicht mögen manche Kritiker Sie deshalb nicht, weil Sie für eine in deren Augen verhasste Überzeugung stehen: Wer Quote will, muss das Niveau senken!

Gottschalk: Das kann ich aber nicht ändern. Das ist Fakt. Hohe Quote fordert ihren Tribut. SPIEGEL: Ist das Erfahrung oder Menschenbild des ZDF-Stars Gottschalk? Gottschalk: Ich weiß einfach: Wenn ich - wie in der letzten Show - zur Begrüßung sage, dass ich eventuell am Ende in Senf versenkt werde, bleiben zwei Prozent Zuschauer dran, die sonst zur Volksmusik abwandern würden. Wenn ich ankündige, dass der Senf brennt, behalte ich die Action-Fans, die sonst bei ProSieben wären. Und wenn ich die Senf-Nummer zusammen mit einer nackten Frau machen würde, greife ich noch die halbe Zuschauerschar von RTL II mit ab. Immerhin habe ich mich auf den Senf beschränkt. Ich mache mitunter albernes, aber schmerzfreies Unterhaltungsfernsehen, zynismusfrei und generationsübergreifend. Ich nenne es Überheblichkeit, wenn mir und den Leuten so was madig gemacht wird. [...]

Gottschalk: [...] Der Beruf des Entertainers hat mit Würde nichts zu tun. Die Leute sind inzwischen daran gewöhnt, Grenzüberschreitungen als Unterhaltung zu empfinden. Bei Hans Rosenthal habe ich noch gemeinsam mit Alfred Biolek eine Schubkarre mit Luftballons durch einen Hindernisparcours gesteuert. 20 Millionen Zuschauer fanden das spitze. So was reicht heute nicht mehr ...

SPIEGEL: ... wenn selbst Sie sich in einen Senftopf tauchen lassen müssen.

Gottschalk: Ich mach mich gern zum Deppen, wenn es der Unterhaltung dient. Aber wichtig ist doch, dass ich niemand anderen zum Deppen mache. Ich weiß, was ich tue, kann damit leben und werde ordentlich dafür bezahlt. Mein Schicksal ist ja harmlos im Vergleich zu dem, was sonst noch so geboten wird. Bei gefilmten Schönheitsoperationen rutschen Kameras in offene Bauchdecken, verzweifelte Menschen lassen den Rest der Nation an ihrer verkorksten Buchhaltung teilnehmen, entlaufene Kinder werden wieder eingefangen, und entwurzelte Charaktere schnauzen sich in nachmittäglichen Talkrunden an. Dann doch lieber Schubkarren voller Luftballons.

Der Spiegel, Nr. 43, 20.10.08, S, 110-112. http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=61366545&top=SPIEGEL

THEATER: "Wir kommen mit unserer Wut"
Arbeitslose, Ghettokinder und Asylbewerber sind derzeit auf deutschen Bühnen die Stars. Die Laien, als "Experten des Alltags" eingesetzt, laden das Programm der Schauspielhäuser wieder politisch auf.

In Essen berichten Asylbewerber von Hunger und Folter und dem Leben am Rand unserer Gesellschaft ("Flüchtlinge im Ruhestand"). In Potsdam schildern Stasi-Opfer im stets überbuchten Theatersaal ihr Schicksal ("Staats-Sicherheiten"). In Halle erzählen Jugendliche aus ihrem verrufenen Viertel ("Silberhöhe gibt's nicht mehr"). In Hamburg schreien Arbeitslose ihren Zorn in einem Krawallspektakel heraus ("Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?"). Und in Berlin steht von Donnerstag dieser Woche an eine Deutsche aus Südkorea im Rampenlicht, die von ihrer Identitätssuche berichtet ("Black Tie").

Bricht da das Volk in die Hochkultur ein? Wird das Theater wieder politisch? In Zeiten, in denen alle von Krise reden? Tatsächlich sind Laien auf Profibühnen nichts wirklich Neues, aber derzeit häufen sich die Auftritte auf eine Weise, die Experten schon von einer Sucht nach Authentizität reden lässt und von einem Einbruch des Realen in die sonst oft hübsch vom schnöden Alltag abgegrenzte Theaterwelt. [...]

[...] In solchen Momenten ist die Inszenierung herrlich ironisch, und nicht nur das: Sie ist ein raffiniertes Spiel mit der Authentizität - und mit den Authentizitätserwartungen der Zuschauer. Diese gieren nach dem Echten, Wahren, Unverfälschten auf der Bühne, weil in ihrem realen Leben kaum noch jemand authentisch ist: "Die Anforderungen, sich permanent darzustellen, sind groß wie nie", sagt Lehmann. "Es gibt einen hohen Druck, immer die richtige Figur zu machen: nicht nur für die Eliten in Politik und Wirtschaft, sondern für jeden." Daraus folge die Angst, "ob hinter den Rollen überhaupt noch jemand ist". [...]

DER SPIEGEL 50/2008 http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=62492120&top=SPIEGEL

 

"Das Band, das uns zusammenhält" - Weihnachtsansprache von Bundespräsident Horst Köhler 25.12.2008, Berlin

Liebe Landsleute,
meine Frau und ich wünschen Ihnen allen von Herzen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Für jeden von uns, ob Christ oder nicht, sind die Bilder von Weihnachten einleuchtend: Ein Kind wird geboren, in einem Stall in einer Futterkrippe - und mit ihm kommt Licht in die Welt. Menschen in Sorge und Angst hören den Ruf: "Fürchtet euch nicht!"
Dieses Fest und diese Botschaft brauchen wir - alle Jahre wieder. Denn auch in unserem Alltag ist vieles nicht heil.
Das gilt im persönlichen Leben, wo es bis in die Familien hinein nie ganz ohne Streit zugeht. Wo uns Krankheit trifft, wo wir Einsamkeit spüren, wo uns der Tod einen lieben Menschen nimmt. Viele haben im vergangenen Jahr solche Erfahrungen gemacht, und ich wünsche Ihnen, dass Sie Trost finden und auch wieder Zuversicht.
Ich denke heute Abend auch an unsere Soldatinnen und Soldaten, die in der Ferne für Sicherheit und Wiederaufbau sorgen. Sie dienen dem Frieden, unter Einsatz von Leib und Leben. Dafür wollen wir ihnen danken. Sorgen macht uns allen die weltweite Finanzkrise mit ihren Folgen.
Unvorstellbar viel Geld ist verspielt worden. Viele haben Angst um ihr Erspartes. Und viele fürchten um ihren Arbeitsplatz. Es ist richtig, dass der Staat entschlossen handelt, um die Betriebe zu schützen und um Arbeit und Einkommen der Menschen zu sichern.
Wir werden uns anstrengen müssen. Aber ich habe Zuversicht, dass wir die Herausforderung meistern werden. [...]
http://www.bundespraesident.de/dokumente/-,2.651459/Rede/dokument.htm